Worum geht es?
Mondioring ist ein Ringsport, also ein Schutzhundsport auf einem eingezäunten Platz. Delegierte aus Europa und Amerika haben ihn entwickelt, um die nationalen Ringsportarten zu verbinden. Vorbilder waren der französische und der belgische Ring sowie die niederländische KNPV. Der DVG hat Mondioring nach einer Diskussion im VDH als offizielle Sportart aufgenommen.
Das Programm hat drei Disziplinen:
- Unterordnung: Freifolge, Ablage ohne Hundeführende in Sicht, Futterverweigerung, Voraussenden, Apportieren, Positionswechsel auf Distanz und in den höheren Stufen das Heraussuchen eines Hölzchens am Geruch.
- Sprünge: Steilwand, Hürde und Weitsprung.
- Schutzdienst: Angriffe von vorn, Fluchten, Verteidigung des Hundeführers und Bewachen eines Gegenstands gegen einen Figuranten.
Typisch ist das Drumherum. Jede Prüfung hat ein Motto wie „Ritterzeit“, und der Platz wird passend dekoriert. Hindernisse, Gegenstände und Ablenkungen ändern sich also von Prüfung zu Prüfung. Der Hund lernt nicht ein festes Bild, sondern muss in jeder Umgebung zuverlässig arbeiten.
Der Figurant
Der Helfer heißt hier Figurant und trägt einen Ganzkörper-Schutzanzug. Die Prüfungsordnung gibt ihm drei Grundregeln: absolut unparteiisch sein, dem Hund niemals Schmerzen zufügen und sich so verhalten, als hätte er keinen Anzug an, also mit Tempo, List und Ausweichen statt Härte. Schlagen mit dem Stock ist verboten, Befehle an den Hund darf er nicht geben.
Wie läuft eine Prüfung oder ein Turnier ab?
Es gibt drei Kategorien (Stufen), die sich in der Zahl und Schwierigkeit der Übungen unterscheiden:
| Kategorie | Höchstpunktzahl | Aufstieg |
|---|---|---|
| I | 200 | 2 Prüfungen mit mind. 160 Punkten |
| II | 300 | 2 Prüfungen mit mind. 240 Punkten |
| III | 400 | ab 300 Punkten „Befriedigend“, ab 360 „Vorzüglich“ |
Gearbeitet wird ohne Leine, Halsband und Belohnung. Futter oder Spielzeug auf dem Platz führen zur Disqualifikation. Für die Übungen gibt es feste Punktwerte, für Fehler Abzüge. Vor jeder Prüfung zeigt ein Probehund das Programm, damit alle Teilnehmenden die Aufbauten gesehen haben. Laut FCI-Ordnung bleibt die Reihenfolge Unterordnung, Sprünge, Schutzdienst fest. Die Reihenfolge der einzelnen Übungen kann die Richterin oder der Richter auslosen. Eine Person darf bis zu neun Stunden am Tag richten.
Wer den Schutzdienst nicht machen möchte: Der DVG bietet gemeinsam mit dem dhv Mondioring-Obedience in drei Kategorien an, also Unterordnung und Sprünge ohne Figurant.
Voraussetzungen
- FCI-Mondioring: Der Hund muss mindestens 12 Monate alt sein und einen von der FCI anerkannten Stammbaum haben. Mischlinge sind hier also nicht startberechtigt.
- Gefordert sind ein anerkannter, landesüblicher Sozialtest und ein Impfpass. Ob das im DVG konkret die BH/VT ist, klärt ihr am besten direkt mit der Beauftragten für Mondioring.
- Rüden brauchen beim ersten Start eine tierärztliche Bescheinigung über zwei normal entwickelte Hoden.
- Mondioring-Obedience ist offener: alle Hunde ab 15 Monaten mit bestandener BH/VT.
Was braucht ein Verein dafür?
Platz: mindestens 60 mal 40 Meter, höchstens 5.000 Quadratmeter. Er muss bis zum Boden eingezäunt sein, zwei Eingänge haben und darf nicht gepflastert oder geteert sein.
Material: drei Sprunggeräte nach technischem Plan, darunter eine in der Höhe verstellbare Hürde bis 1,20 Meter. Dazu sechs feste und ein mobiles Versteck, Gegenstände zum Apportieren und Bewachen, Deko für das Motto und zwei Schreckschusswaffen. Für die Figuranten braucht ihr einen abschließbaren Raum abseits des Platzes.
Menschen: Das Nadelöhr ist der Figurant. Prüfungen brauchen geprüfte Figuranten, in Kategorie II mindestens zwei. Im VDH werden sie verbandsübergreifend auf Schulungswochenenden gesichtet und ausgewählt, dort finden auch die Richterprüfungen statt. Dazu kommen eine Ringkommissarin oder ein Ringkommissar, zwei Platzhelfende für Sprünge und Futterverweigerung und ein Probehund pro Kategorie.
Für wen passt das?
Der DVG beschreibt den passenden Hund als gut kontrollierbar, flexibel, vielseitig und sozial verträglich. Wesensschwache, aggressive oder schwer kontrollierbare Hunde eignen sich ausdrücklich nicht. Typisch sind sportliche, selbstsichere Arbeitshunde.
Für einen kleinen Verein ist Mondioring ein großes Projekt. Platz, Zaun, Geräte und vor allem Figuranten sind nötig, und die Szene in Deutschland ist überschaubar. Realistisch ist eher der Einstieg über Mondioring-Obedience oder das Training bei einem Verein, der schon Mondioring anbietet.