Worum geht es?
Agility kommt ursprünglich aus England und erinnert ein wenig an ein Springturnier im Reitsport. Der Hund läuft ohne Leine durch einen Parcours und muss die Hindernisse in einer vorgegebenen Reihenfolge überwinden: Hürden, Reifen, Mauer, Weitsprung, Tunnel, Slalomstangen und die sogenannten Kontaktzonengeräte Steg, A-Wand und Wippe. Der Mensch läuft nebenher und lenkt den Hund nur mit Körpersprache und Hörzeichen. Den Hund oder ein Gerät anfassen darf er nicht.
Jeder Parcours ist neu, denn die Richterin oder der Richter entwirft ihn für jede Prüfung selbst. Vor dem Start dürfen die Hundeführenden den Parcours ohne Hund abgehen und sich ihren Laufweg zurechtlegen. Gewinner ist das Team mit den wenigsten Fehlern, bei Gleichstand das schnellere. Neben dem klassischen A-Lauf gibt es das Jumping, einen Parcours ohne Kontaktzonengeräte, der meist noch schneller ist.
Wie läuft eine Prüfung oder ein Turnier ab?
Im VDH gilt seit 1. Januar 2026 eine neue nationale Prüfungsordnung, die die FCI-Regeln ergänzt. Es gibt vier Stufen:
- A0 ist die nationale Einsteigerklasse mit einfacherem Parcours ohne Wippe, Slalom und Doppelsprung.
- A1, A2 und A3 sind die FCI-Klassen mit steigender Schwierigkeit und Geschwindigkeit.
- Zu jeder Stufe gibt es ein passendes Jumping (JP0 bis JP3).
Aufsteigen kann ein Team erst, wenn es genug fehlerfreie Läufe gesammelt hat. Von A0 nach A1 sind das zum Beispiel drei fehlerfreie A-Läufe. Ab A1 braucht man zusätzlich Platzierungen unter den ersten drei bei mindestens zwei verschiedenen Richterinnen oder Richtern. Wer in A3 bleiben will, muss jedes Jahr wieder fehlerfreie Läufe vorweisen.
Bewertet wird in Fehlerpunkten, und zwar immer in Fünferschritten. Fünf Punkte gibt es etwa für eine abgeworfene Stange, für eine Verweigerung (der Hund läuft am Gerät vorbei oder bleibt davor stehen) oder für eine verfehlte Kontaktzone. Wer länger braucht als die vorgegebene Standardzeit, bekommt für jede Sekunde darüber einen Zeitfehler. Drei Verweigerungen, eine falsche Reihenfolge oder das Überschreiten der Maximalzeit führen zur Disqualifikation.
Ein Hund darf pro Tag höchstens zwei Wertungsläufe machen, dazu einen dritten Lauf als Open oder Spiel. Ausschließlich anerkannte Agility-Richterinnen und -Richter des VDH oder der FCI dürfen werten.
Voraussetzungen
- Der Hund muss mindestens 18 Monate alt sein.
- Er braucht eine bestandene Begleithundeprüfung (FCI-BH/VT) oder eine vom VDH anerkannte Eingangsprüfung.
- Halterin oder Halter und Hundeführende müssen Mitglied in einem VDH-Mitgliedsverband sein, der Hund muss gechippt sein und einen Leistungsnachweis haben. Der Leistungsnachweis wird seit 2026 elektronisch geführt.
- Beim ersten Start wird der Hund eingemessen. Nach der Widerristhöhe kommt er in eine von vier Größenklassen: Small (unter 35 cm), Medium (35 bis unter 43 cm), Intermediate (43 bis unter 48 cm) und Large (ab 48 cm). Nach der Klasse richtet sich auch die Hürdenhöhe, zum Beispiel 25 bis 30 cm bei Small und 55 bis 60 cm bei Large.
- Kranke, trächtige und säugende Hunde dürfen nicht starten. Läufige Hündinnen dürfen starten, werden aber gesondert eingeteilt.
Was braucht ein Verein dafür?
Nach FCI-Regel muss der Ring mindestens 20 × 40 m groß sein, die Fläche drumherum mindestens 24 × 40 m. Der Boden muss eben und sicher sein. Ein vollständiger Gerätesatz umfasst 14 Hürden, Reifen, Mauer, Steg, A-Wand, Wippe, Slalom, Weitsprung und vier Tunnel. Das ist eine spürbare Anschaffung und braucht Platz zum Lagern.
Fürs Training reicht anfangs weniger, die Gerätetypen sollten aber alle vorhanden sein. Wichtig ist eine Übungsleitung mit Agility-Erfahrung, die Hunde behutsam an die Geräte heranführt.
Ein eigenes Turnier ist für einen kleinen Verein eine echte Aufgabe. Es braucht Terminschutz über den Verband, mindestens 30 startende Teams und viele Helfende: Schreibkraft, zwei Zeitnehmende, Ringhelfende und ein Team für den Parcoursumbau. Die Richterin oder der Richter wird über den Verband eingeteilt.
Für wen passt das?
Agility eignet sich für fast alle Rassen und Mischlinge. Der VDH rät allerdings, große und schwere Hunde wegen der hohen Belastung nicht im Agility zu führen, und auch übergewichtige oder kranke Hunde gehören nicht in den Parcours. Junge Hunde lernen zuerst die Geräte ohne Sprungkraft kennen, damit sich das Skelett in Ruhe entwickeln kann.
Für die Menschen ist Agility ebenfalls Sport: Ihr lauft mit, müsst schnell reagieren und euren Körper gezielt zum Lenken einsetzen. Ein guter Grundgehorsam ist die Basis, die Begleithundeprüfung ohnehin Pflicht. Wer gern in Bewegung ist und Tempo mag, findet hier eine sehr dynamische Teamsportart.