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Hundesportarten

Obedience

Die hohe Schule des Gehorsams: präzise Fußarbeit, Distanzkontrolle, Apportieren und Geruchsunterscheidung, vom Einstieg bis zur Weltmeisterschaft.

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Angeboten von
DVG
Regelwerk
VDH/FCI-Prüfungsordnung Obedience (gültig ab 01.01.2025)
Malinois geht aufmerksam bei Fuß neben seinem Hundeführer über einen Rasenplatz
Foto: Timothy A. Gonsalves, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Worum geht es?

Obedience heißt schlicht Gehorsam, meint im Hundesport aber deutlich mehr als Sitz und Platz. Der Hund soll kooperativ und kontrolliert arbeiten, auch auf Entfernung: Er läuft präzise bei Fuß, wechselt aus mehreren Metern Abstand auf Zeichen zwischen Sitz, Steh und Platz, lässt sich in ein markiertes Quadrat schicken, umrundet eine Pylonengruppe, springt über eine Hürde, bringt das richtige von mehreren Apportierhölzern und sucht in den oberen Klassen ein Holz heraus, das nach seinem Menschen riecht.

Die Sportart kommt aus England. Die erste Obedience-Prüfung fand 1949 in London statt, kurz darauf wurde sie auf der Hundeausstellung Crufts einem großen Publikum gezeigt. Seit 1989 gibt es Weltmeisterschaften. In Deutschland gilt ein eigenes Regelwerk seit 2002, im DVG werden nach eigenen Angaben jährlich über 130 Wettkämpfe ausgerichtet. Der DVG betont, dass die Arbeitsfreude des Hundes an erster Stelle stehen soll.

Wie läuft eine Prüfung oder ein Turnier ab?

Es gibt fünf Klassen:

  • Beginner (VDH O-B): Einstieg, unter anderem Verhalten gegenüber anderen Hunden, eine Minute Liegen in der Gruppe, Freifolge, Abrufen, Sprung über eine offene Hürde, Apport und eine Distanzkontrolle aus 3 m.
  • Klasse 1 und 2: zunehmend anspruchsvoller, etwa Distanzkontrolle aus 5 und 10 m, Apportieren mit Richtungsanweisung, ab Klasse 2 Geruchsidentifizierung aus sechs Hölzern.
  • Klasse 3: die internationale FCI-Klasse, in der Landes-, Europa- und Weltmeisterschaften laufen.
  • Senioren (VDH O-S): für Hunde ab acht Jahren. Wer einmal hier gestartet ist, kehrt nicht in die anderen Klassen zurück.

Jede Übung bewertet eine Leistungsrichterin oder ein Leistungsrichter mit einer Note von 0 bis 10. Die Note wird mit einem Faktor zwischen 2 und 4 multipliziert, je nach Schwierigkeit der Übung. Maximal sind 320 Punkte möglich. Ab 256 Punkten gibt es „vorzüglich“, ab 224 „sehr gut“, ab 192 „gut“; darunter ist die Prüfung nicht bestanden. Ein vorzügliches Ergebnis berechtigt zum Aufstieg in die nächste Klasse.

In den höheren Klassen sagt eine Stewardin oder ein Steward die einzelnen Schritte einer Übung an, die Hundeführenden folgen diesen Anweisungen. Den Hund zu bestrafen ist verboten, Stachel- und Elektrohalsbänder sind während des gesamten Wettkampfs untersagt.

Voraussetzungen

  • Mindestalter am Prüfungstag: 15 Monate für Beginner und Klasse 1, 16 Monate für Klasse 2, 17 Monate für Klasse 3.
  • Bestandene Begleithundprüfung (BH/VT) mit Sachkundenachweis, abgelegt bei einem VDH-Verband.
  • Hundeführende sowie Eigentümerin oder Eigentümer müssen Mitglied in einem VDH-Mitgliedsverband sein.
  • Chip oder Tätowierung, gültige Tollwutimpfung.
  • Größe, Rasse und Abstammung spielen keine Rolle.

Was braucht ein Verein dafür?

Obedience braucht Platz. Für Wettkämpfe in den Klassen 2 und 3 sieht die Prüfungsordnung in der Halle mindestens 20 × 30 m vor, draußen bevorzugt 25 × 40 m. Für Beginner und Klasse 1 darf der Ring etwas kleiner sein, und die Übungen lassen sich auf zwei Ringe verteilen.

An Material stellt der Verein bereit:

  • ein bis zwei offene Hürden, höhenverstellbar von etwa 10 bis 60 cm
  • drei Sätze Holzapportel in verschiedenen Größen
  • kleine Holzstücke für die Geruchsidentifizierung, jeweils ein Vielfaches der Starterzahl
  • Pylonen oder eine Tonne, Markierungen, Kreide oder Sprühfarbe, Punkte- und Positionstafeln

Für die Prüfung braucht es eine VDH-Obedience-Leistungsrichterin oder einen VDH-Obedience-Leistungsrichter und eine qualifizierte Hauptstewardin oder einen qualifizierten Hauptsteward. Die Prüfungsordnung empfiehlt in Beginner und Klasse 1 höchstens etwa 30 Hunde pro Richtendem und Tag.

Für die Übungsleitung gibt es im DVG den VDH-Sachkundenachweis Obedience. Hat ein Verein in dieser Sportart noch niemanden mit Sachkundenachweis, darf er zwei Mitglieder ohne die sonst verlangte Prüfungserfahrung zu den Seminaren anmelden.

Für wen passt das?

Obedience ist etwas für Menschen, die gern an Details feilen und Geduld für den Aufbau vieler kleiner Teilschritte mitbringen. Für den Hund ist es vor allem Kopfarbeit mit Konzentration über längere Zeit; körperlich kommen Sprünge, Sprints beim Voraussenden und Apportieren dazu. Grundsätzlich passt es zu Hunden jeder Größe und Rasse.

Wer im Verein schon Rally Obedience oder eine solide Basisausbildung macht, hat gute Grundlagen. Bis zu einem sauberen Start in der Beginner-Klasse vergeht aber meist einige Zeit Training, und für den kleinen Verein ist der Platzbedarf bei Wettkämpfen die größere Hürde als die Ausrüstung.