Worum geht es?
Hoopers ist in Deutschland noch eine recht junge Sportart. Sie wurde in den USA aus dem Agility heraus entwickelt. Auch hier läuft der Hund einen Parcours in fester Reihenfolge, die Geräte sind aber anders: Bögen (die „Hoops“), Tunnel, Tonnen und Gates, also kleine Zaunelemente. Mindestens die Hälfte der Geräte im Parcours sind Hoops. Der Hund muss nicht springen, und es gibt keine Wippe und keinen Steg.
Der große Unterschied zum Agility: Der Mensch läuft nicht mit. Ihr stellt euch in einen Führbereich von nur 2 × 2 m und schickt den Hund mit Körpersprache, Hör- und Sichtzeichen auf Distanz durch den Parcours. Der Hund muss also lernen, von euch weg zu arbeiten. Das ist eher Kopfarbeit als Sprint und macht den besonderen Reiz von Hoopers aus.
Wie läuft eine Prüfung oder ein Turnier ab?
Grundlage ist die VDH-Prüfungsordnung Hoopers von 2023 mit Ergänzungen von 2024 und 2025. Zum 1. Januar 2027 tritt eine überarbeitete Fassung in Kraft. Nach der neuen Ordnung gibt es vier Klassen:
- H0: freiwillige Beginnerklasse mit 10 bis 15 Geräten, oft aus einem veröffentlichten Parcourskatalog
- H1: Einstiegsklasse
- H2 und H3: höhere Klassen mit mehr Geräten (bis 26) und größeren Abständen. Das weiteste Gerät kann in H3 bis zu 30 m vom Führbereich entfernt stehen.
Für den Aufstieg braucht ein Team drei Läufe mit „Vorzüglich“ und null Fehlerpunkten. Diese Läufe müssen an drei verschiedenen Tagen und bei zwei verschiedenen Richterinnen oder Richtern gelaufen sein.
Vor jedem Lauf gehen die Hundeführenden den Parcours ohne Hund ab. Fehler werden in Fünferschritten gezählt, etwa für ein ausgelassenes Gerät, eine Tonne in falscher Richtung oder wenn der Hund stehen bleibt und schnüffelt. Mit 0 bis 5 Fehlerpunkten gibt es „Vorzüglich“, mit 10 bis 15 „Sehr gut“ und mit 20 bis 25 „Gut“. Verlässt der Mensch den Führbereich, wird der Lauf nicht bewertet. Das gilt auch, wenn Futter auf dem Platz landet oder die Maximalzeit überschritten wird. Die Maximalzeit liegt ab 2027 bei 3 Minuten (bisher 4 Minuten). Tempo ist ausdrücklich nicht das Ziel. Für die Tagesplatzierung werden bis zu drei Läufe zusammengerechnet.
Voraussetzungen
- Der Hund muss am Turniertag mindestens 18 Monate alt sein.
- Er muss gechippt oder tätowiert, gegen Tollwut geimpft und haftpflichtversichert sein.
- Eine Begleithundeprüfung verlangt die Prüfungsordnung nicht.
- Ab 2027 wird jeder Hund vor dem ersten Turnier eingemessen und kommt in eine von zwei Größenklassen: Small (bis 40 cm Widerristhöhe) oder Large (darüber).
- Alle Rassen und Mischlinge sind zugelassen. Kinder und Jugendliche dürfen starten, sobald sie den Hund ohne fremde Hilfe zum Start führen können.
- Trächtige, säugende, kranke oder verletzte Hunde sind ausgeschlossen.
Was braucht ein Verein dafür?
Für ein Turnier braucht ihr eine eingezäunte, ebene Fläche von mindestens 800 m², deren kürzeste Seite mindestens 25 m lang ist. Der Standardgerätesatz besteht ab 2027 aus 15 Hoops, 5 Tonnen, 3 Gates und 2 Tunneln. Hinzu kommen ein Führbereich und Zahlenschilder. Die Geräte sind leicht und vergleichsweise einfach, müssen aber den Maßen der Prüfungsordnung entsprechen. Die bisher üblichen Tunnel mit Lauffläche sind nur noch bis Ende 2029 zugelassen.
Zum Turnier gehören außerdem Helfende für Meldestelle, Chipkontrolle, Zeitnahme, Start, Beobachtung des Führbereichs und Parcoursumbau. Werten dürfen nur VDH-Hoopers-Richterinnen und -Richter bei termingeschützten Veranstaltungen. Fürs Training reichen schon ein paar Hoops, eine Tonne und ein Tunnel. Hilfreich ist eine Übungsleitung, die Distanzarbeit gut aufbauen kann.
Für wen passt das?
Laut VDH spielen Alter, Rasse und Größe kaum eine Rolle, und auch Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, kommen gut zurecht. Weil der Hund nicht springt, gilt der Sport als gelenkschonender als Agility. Trotzdem gilt: Hoopers ist laut Prüfungsordnung ein Sport für gesunde und körperlich belastbare Hunde. Der DVG betont, dass es kein Ersatzsport für kranke oder eingeschränkte Hunde ist.
Für den Einstieg braucht ihr vor allem Geduld und klare Signale. Viele Teams merken erst hier, wie ungenau ihre Körpersprache eigentlich ist. Wer gern tüftelt und mit dem Hund an der Kommunikation feilen möchte, ist bei Hoopers richtig.