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Hundesportarten

Dog Frisbee

Der Mensch wirft Wurfscheiben, der Hund fängt sie im Sprung: auf Weite, auf Punkte in einer festen Zeit oder als Kür zu Musik.

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Angeboten von
DVG
Regelwerk
Keine VDH-Prüfungsordnung; Turniere laufen nach den Reglements internationaler Disc-Dog-Organisationen (z. B. UFO World Cup Series)
Weißer Hund mit schwarzem Kopf springt auf einer Wiese hoch und fängt eine rote Wurfscheibe
Foto: Hynek Moravec, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Worum geht es?

Dog Frisbee, auch Discdogging genannt, stammt aus den USA. Laut DVG fing alles vor über 30 Jahren mit Alex Stein und seinem Whippet Ashley an, der kaum zu bremsen war, sobald eine Plastikscheibe flog. Heute gibt es internationale Organisationen mit eigenen Turnierserien, der DVG nennt etwa UFO, USDDN und IDDHA. In Deutschland wird der Sport laut VDH immer beliebter.

Das Prinzip ist einfach: Der Mensch wirft, der Hund fängt. Wie gut das klappt, hängt aber an beiden. Der Hund braucht Tempo, Sprungkraft und ein gutes Auge für die Flugbahn. Der Mensch muss sauber und abwechslungsreich werfen können, mit Vorhand, Rückhand, Hebern oder Rollern. Gerade das Werfen unterschätzen viele am Anfang.

Wie läuft eine Prüfung oder ein Turnier ab?

Für Dog Frisbee gibt es keine eigene VDH-Prüfungsordnung mit Klassen und Prädikaten wie etwa im Treibball. Turniere werden nach den Reglements der jeweiligen Veranstalter ausgetragen, deshalb unterscheiden sich Zeiten und Scheibenzahl je nach Turnierserie. VDH und DVG beschreiben drei Disziplinen:

  • Freestyle: eine frei choreografierte Kür von zwei Minuten zu selbst gewählter Musik. Würfe und Tricks wie der Vault (der Hund springt vom Körper des Menschen ab), das Passing oder der Flip werden zu einer flüssigen Vorführung verbunden. Feste Pflichtteile gibt es nicht. Je nach Reglement sind sieben bis zehn Scheiben erlaubt. Bewertet werden unter anderem die Athletik des Hundes, die Vielfalt der Würfe, der Fluss der Vorführung, die Ausstrahlung und der Umgang mit den Scheiben.
  • Mini-Distance: 60 oder 90 Sekunden mit einer einzigen Scheibe. Das Feld ist in Zonen eingeteilt. Je weiter der Hund von der Wurflinie entfernt fängt, desto mehr Punkte gibt es, Fänge in der Luft bringen Extrapunkte. Ein schnell zurückbringender Hund ist hier Gold wert.
  • Long-Distance: drei Würfe ohne Zeitlimit. Es zählt nur, was der Hund auch fängt, und der weiteste Fang gewinnt.

Auf Turnieren der UFO World Cup Series zum Beispiel bewerten im Freestyle mehrere Richterinnen und Richter je eine Kategorie auf einer Skala von 1 bis 10. In der Weitwurfwertung sitzt ein Team aus Haupt-, Linien- und Fußfehlerrichter am Feld. Der DVG bildet eigene Dog-Frisbee-Richter aus.

Voraussetzungen

Ein verbindliches Mindestalter oder eine Pflicht zur Begleithundprüfung haben wir in den offiziellen Quellen von VDH und DVG nicht gefunden. Das hängt vom jeweiligen Turnierreglement ab. Unabhängig davon gilt: Sprünge und harte Landungen belasten Gelenke und Rücken. Lasst junge Hunde deshalb erst springen, wenn sie ausgewachsen sind, und klärt das im Zweifel mit eurer Tierärztin oder eurem Tierarzt.

Für Turniere und Training eignen sich nur spezielle Hundescheiben, die bissfest sind und nicht splittern. Die UFO zum Beispiel lässt nur Scheiben von einer veröffentlichten Liste zu, und Erziehungshilfen wie Würge- oder Stromhalsbänder sind dort auf dem gesamten Gelände verboten.

Was braucht ein Verein dafür?

Das Wichtigste ist eine große, ebene und gepflegte Rasenfläche ohne Löcher und Steine, denn die Hunde springen hoch und landen oft aus vollem Lauf. Für Mini- und Long-Distance braucht es deutlich mehr Länge als für die meisten anderen Sportarten. Eine feste Mindestgröße nennen VDH und DVG nicht, sie hängt vom Reglement ab. Für den Freestyle reicht weniger Platz.

An Material braucht ihr vor allem einen Vorrat an geeigneten Scheiben, für Distance-Training dazu Markierungen für Wurflinie und Wertungszonen. Große Geräte sind nicht nötig, der Einstieg ist also günstig.

Schwieriger ist die Übungsleitung. Gute Trainerinnen und Trainer müssen selbst sicher werfen können und wissen, wie man Sprünge gelenkschonend aufbaut. Im DVG setzt der Weg zum Dog-Frisbee-Richter unter anderem voraus, dass man als Übungsleitung im Verein tätig ist, den VDH-Sachkundenachweis hat und mindestens einen Hund selbst erfolgreich bis zum Turnier ausgebildet hat.

Für wen passt das?

Dog Frisbee passt zu sportlichen, gesunden Hunden mit viel Spiel- und Beutetrieb, die gern rennen und springen. Für sehr schwere Hunde und Hunde mit Gelenkproblemen ist die Belastung durch Sprünge und Landungen dagegen hoch.

Für die Menschen ist es vor allem eine Frage der Wurftechnik und des Timings, weniger der Kondition. Ihr könnt die ersten Würfe auch ohne Hund üben. Wer Spaß an Kreativität und Musik hat, findet im Freestyle viel Spielraum. Wer es lieber schlicht mag, bleibt bei Weite und Punkten.