Worum geht es?
Beim DogDancing entwickeln Mensch und Hund eine eigene Vorführung zu frei gewählter Musik. Die Ursprünge liegen in Kanada und den USA: Um 1980 begannen Hundesportlerinnen und Hundesportler, inspiriert von der Dressur im Pferdesport, Unterordnung zur Musik zu trainieren. Aus Showprogrammen der 1990er Jahre ist inzwischen eine Sportart mit nationalen Turnieren, Europa- und Weltmeisterschaften geworden.
Es gibt zwei Disziplinen:
- Heelwork to Music (HTM): Der Hund bewegt sich überwiegend in einer der zehn festgelegten Fußpositionen eng am Menschen, auch rückwärts oder seitwärts. Ideal sind höchstens 15 cm Abstand. Mindestens drei Viertel der Choreografie müssen aus solcher Fußarbeit bestehen.
- Freestyle (FS): Hier überwiegen Tricks und Bewegungen auf Abstand, etwa Drehungen, Arbeit auf Abstand oder kleine Sprünge. Erlaubt ist alles, was die Gesundheit des Hundes nicht gefährdet.
Das Regelwerk ist bewusst so angelegt, dass alle Rassen gleiche Chancen haben. Sichtbar sein soll ein Hund, der gern mitarbeitet, und ein Mensch, der ihn dabei unterstützt.
Wie läuft eine Prüfung oder ein Turnier ab?
Die Prüfungsordnung kennt zwei Arten von Klassen:
- Fun-Klassen: Hier sind Futter und Spielzeug im Ring ausdrücklich erwünscht, auch die Leine darf bei Bedarf dranbleiben. Es gibt eine mündliche Rückmeldung statt Punkten. Dazu gehören eine Klasse für Junghunde von 6 bis 12 Monaten, Senioren, Trio, Quartett und Gruppen. Die Fun-Klasse „Vorbereitung Offiziell“ bereitet mit Punkten auf den ersten offiziellen Start vor.
- Offizielle Klassen 1 bis 3, jeweils getrennt in HTM und Freestyle. Belohnung im Ring ist hier nicht erlaubt. Die Musik dauert in Klasse 1 zwischen 1:30 und 2:30 Minuten, in Klasse 3 zwischen 3:00 und 4:00 Minuten.
In offiziellen Klassen bewerten in der Regel drei Richterinnen oder Richter, ihre Wertungen werden gemittelt. Vergeben werden höchstens 30 Punkte: je 9 für Präsentation, Inhalt und künstlerische Interpretation sowie 3 für Tierschutz, also dafür, ob die Choreografie die Stärken des Hundes zeigt und seine Gesundheit schützt. Ab 20,5 Punkten („sehr gut“) gibt es einen Aufstiegspunkt; mit zwei Aufstiegspunkten darf ein Team in die nächste Klasse wechseln. In Klasse 3 werden Deutsche Meisterschaft und Qualifikationen für Crufts, Europa- und Weltmeisterschaft ausgetragen.
Requisiten sind erlaubt, wenn der Hund sie in der Choreografie tatsächlich nutzt. Für Auf- und Abbau bleiben jeweils 1,5 Minuten.
Voraussetzungen
- Mindestalter des Hundes: 15 Monate in den offiziellen Klassen, 6 Monate in den Fun-Klassen. Sprünge, Kriechen und Rückwärtsgehen sind erst ab 15 Monaten erlaubt.
- Eine Begleithundprüfung verlangt die Prüfungsordnung nicht.
- Chip oder Tätowierung, gültige Tollwutimpfung, Haftpflichtversicherung.
- Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren dürfen starten, für Jugendliche von 14 bis 17 gibt es eine eigene Qualifikationsklasse.
- Hunde aller Rassen und ohne Papiere sind zugelassen. Wer keinem Verein angehört, startet mit einer Turnierkarte; Meisterschaften und Qualifikationen sind Mitgliedern vorbehalten.
Was braucht ein Verein dafür?
Für das Training genügt wenig Fläche, ein Musikabspielgerät und rutschfester Boden. Viel geübt wird ohnehin in kleinen Einheiten.
Ein Turnier ist anspruchsvoller. Der Ring muss mindestens 8 × 12 m groß sein, für Qualifikationen und Meisterschaften 20 × 20 m, dazu ein Vorbereitungsring von mindestens 6 × 8 m. Beide brauchen einen sportgeeigneten, rutschfesten Belag wie Sportboden, Kunstrasen oder Teppich; in der Praxis heißt das meist eine Halle. Außerdem braucht es eine Musikanlage mit einer Person, die die Musik startet, eine Prüfungsleitung und eine Chipkontrolle.
Gerichtet wird in den offiziellen Klassen von drei Richterinnen oder Richtern, bei höchstens 20 offiziellen Startenden nach Absprache auch von zwei; in den Fun-Klassen reichen zwei. Angefragt werden sie über die Obfrau oder den Obmann DogDancing im Verband. Für die Übungsleitung bietet der DVG einen VDH-Sachkundenachweis DogDancing an. Hat ein Verein in dieser Sportart noch niemanden mit Sachkundenachweis, darf er zwei Mitglieder ohne die sonst verlangte Turniererfahrung zu den Seminaren anmelden.
Für wen passt das?
DogDancing passt zu Menschen, die Freude an Musik, Bewegung und Kreativität haben und gern Tricks erarbeiten. Für den Hund ist es vor allem Kopfarbeit, die Belastung lässt sich über die Auswahl der Bewegungen gut steuern. Deshalb eignet es sich für kleine und große Hunde ebenso wie für ältere, und mit Rollstuhl oder Gehhilfe kann man in allen Klassen starten. Die Fun-Klassen machen den Einstieg leicht, weil Belohnung im Ring erlaubt ist. Für einen kleinen Verein ist DogDancing im Training unkompliziert, ein eigenes Turnier ist wegen Halle und Richterteam dagegen ein größeres Vorhaben.