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Hundesportarten

Treibball

Der Hund treibt große Gymnastikbälle der Reihe nach ins Tor, gelenkt nur mit Stimme und Handzeichen: Distanzarbeit nach dem Vorbild des Hütens.

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DVG
Regelwerk
VDH-Prüfungsordnung Treibball (PO-TB), gültig ab 1. Januar 2025
Dreifarbiger Hund schiebt einen großen türkisen Gymnastikball über einen Sandplatz
Foto: Eva Holderegger Walser, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Worum geht es?

Treibball wurde ursprünglich als Alternative zur Hütearbeit entwickelt. Statt einer Herde treibt der Hund große, bunte Gymnastikbälle. Am Rand des Spielfelds steht ein Tor, darin bleiben die Hundeführenden während des ganzen Laufs stehen. Von dort schicken sie den Hund mit Hör- und Sichtzeichen hinter die Bälle. Der Hund schiebt sie dann mit Schnauze und Körpereinsatz der Nummer nach ins Tor.

Der Reiz liegt in der Arbeit auf Distanz. Der Hund ist auf dem Feld auf sich gestellt und trotzdem ständig im Austausch mit seinem Menschen: losschicken, stoppen, nach links oder rechts umlenken, ruhig hinter dem Ball warten und erst auf Kommando treiben. Das verlangt Impulskontrolle und stärkt die Bindung. Trainiert wird laut Prüfungsordnung ausschließlich positiv, ohne Stress und Zwang.

Wie läuft eine Prüfung oder ein Turnier ab?

Seit 1. Januar 2025 gilt die VDH-Prüfungsordnung Treibball. Es gibt fünf Klassen:

  • Tb 0 (Einstieg) und Tb 1: je drei Bälle
  • Tb 2: sechs Bälle
  • Tb 3: acht Bälle
  • Senior für Hunde ab acht Jahren: drei Bälle, kürzere Wege, keine Zeitfehler

Wie weit die Bälle vom Tor entfernt liegen, hängt von der Klasse und der Größe des Hundes ab. Es gibt drei Größengruppen: Small (unter 35 cm), Medium (35 bis unter 45 cm) und Large (ab 45 cm Schulterhöhe). Die Spanne reicht von 3 m bei kleinen Hunden in Tb 0 bis 20 m bei großen Hunden in Tb 3.

Auf jedem Turnier gibt es zwei Läufe. Die Richterin oder der Richter wählt dafür zwei von vier Varianten aus. Bei Classic liegen die Bälle als Pyramide wie beim Billard, und der Hund muss zuerst sauber hinter Ball 1 laufen. Fetch, Shed und Send stellen jeweils eigene Aufgaben, zum Beispiel enge Formationen oder Bälle, die der Hund vorher anlaufen muss. Das Zeitlimit liegt bei einer Minute pro Ball, höchstens sechs Minuten. Der Lauf endet, wenn alle Bälle im Tor sind und der Hund dort Sitz oder Platz zeigt.

Pro Ball gibt es zehn Punkte, in Tb 3 also höchstens 80 pro Lauf. Abgezogen wird für Ballfehler (falscher Ball, Ball über die Bande), für Lauffehler der Hundeführenden (etwa Übertreten der Torlinie) und für jede angefangenen zehn Sekunden über der Standardzeit. Aus beiden Läufen ergeben sich die Prädikate von „Bestanden“ bis „Vorzüglich“. Mit einem „Vorzüglich“ oder dreimal „Sehr gut“ steigt ein Team in die nächste Klasse auf.

Voraussetzungen

  • Mindestalter des Hundes: 12 Monate für Tb 0, 15 Monate für Tb 1 bis Tb 3, 8 Jahre für Senior.
  • Eine Begleithundprüfung verlangt die Prüfungsordnung nicht. Wer allerdings wegen Aggression disqualifiziert wird, muss die Sozialverträglichkeit vor dem nächsten Start nachweisen.
  • Der Hund muss gechippt oder tätowiert, gegen Tollwut geimpft und haftpflichtversichert sein.
  • Gestartet wird mit der Leistungsurkunde des Verbands oder der VDH-Turnierkarte. Ohne Unterlagen ist ein Start „Just for fun“ möglich, dann allerdings ohne Platzierung.
  • Teilnehmen dürfen alle Rassen und Mischlinge. Kranke, verletzte, tragende und säugende Hunde sind ausgeschlossen.

Was braucht ein Verein dafür?

Das Turnierfeld ist etwa 15 × 30 m groß, eben und kurz gemäht. Rundherum steht eine mindestens 60 cm hohe, straff gespannte Bande, an einer Schmalseite schließt ein Tor von 3 × 3 m an. Dazu kommen Gymnastikbälle in mindestens drei Größen (klein ab 28 cm, mittel ab 42 cm, groß ab 53 cm), gut lesbar nummeriert, mit Ersatzbällen und passenden Ringen, auf denen die Bälle liegen.

Fürs Training ist der Einstieg günstig. Man beginnt mit einem einzigen Ball, laut DVG am besten ein platzsicherer Gymnastikball, der höchstens 5 cm kleiner ist als die Schulterhöhe des Hundes. Für Turnierniveau empfiehlt der DVG ein Feld in Wettkampfgröße und mindestens drei Bälle.

Für ein eigenes Turnier braucht es Terminschutz, eine Prüfungsleitung (die selbst keinen Hund führt) und Helfende für Zeitmessung, Torbeobachtung, Schreiben und das Spielfeld. Werten dürfen nur Treibball-Richterinnen und -Richter mit VDH-Ausbildung. Im DVG gibt es derzeit nur wenige von ihnen, laut Richterliste vor allem in den westlichen und nördlichen Landesverbänden.

Für wen passt das?

Treibball passt zu Hunden fast jeder Rasse und Größe, besonders zu solchen, die gern arbeiten und dabei Steuerung brauchen. Schwierigkeit und Tempo lassen sich an Hund und Mensch anpassen, und mit der Seniorenklasse bleibt auch für ältere Hunde ein Platz.

Für die Menschen ist die körperliche Belastung gering, denn ihr steht im Tor. Gefordert sind gutes Timing und klare Signale. Ein Junghund kann früh spielerisch einsteigen. Wichtig ist, dass er lernt, ruhig hinter dem Ball zu warten, statt einfach drauflos zu schieben.