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Hundesportarten

Flyball

Lauter, schneller Staffelsport: Vier Hunde pro Mannschaft springen über Hürden, holen einen Ball aus der Flyballbox und rennen damit zurück.

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Angeboten von
DVG
Regelwerk
VDH Flyball-Regelwerk v1.5.1 (gültig ab 1. April 2026), ergänzend zum FCI-Regelwerk Flyball
Schwarz-weißer Border Collie springt über eine grüne Flyball-Hürde auf die Kamera zu
Foto: Pochi999, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Worum geht es?

Flyball ist ein Mannschaftssport, bei dem Tempo, Spieltrieb und Apportierfreude im Mittelpunkt stehen. Zwei Mannschaften treten auf zwei parallelen Bahnen gegeneinander an, jede mit vier Hund-Mensch-Teams. Der Hund läuft allein über vier Hürden zur Flyballbox und tritt auf das Pedal. Er fängt den herausgeworfenen Ball und rennt damit über dieselben Hürden zurück. Sobald er die Start- und Ziellinie überquert, darf der nächste Hund los. Im Idealfall begegnen sich die beiden Hunde genau auf der Linie.

Die Hundeführenden bleiben hinter der Linie, feuern lautstark an und belohnen ihren Hund, wenn er zurückkommt. Nach Angaben des DVG kam Flyball 1991 nach Deutschland. Kaum eine andere Hundesportart ist so laut und so publikumswirksam.

Wie läuft eine Prüfung oder ein Turnier ab?

Ein Turnier besteht aus Rennen, und jedes Rennen hat mehrere Läufe, zum Beispiel „Best of 3“. Gewonnen hat die Mannschaft, deren vier Hunde zuerst fehlerfrei durch sind. Macht ein Hund einen Fehler, muss er am Ende eine Strafrunde laufen. Fehler sind zum Beispiel ein Frühstart, eine ausgelassene Hürde, ein Ball, der nicht über die Ziellinie getragen wird, oder ein Hundeführer, der selbst über die Linie tritt.

Damit etwa gleich starke Mannschaften gegeneinander laufen, meldet jede Mannschaft vorab eine Referenzzeit und kommt in eine passende Division. Wer deutlich schneller läuft als gemeldet, verliert den Lauf („Break-Out“). So lohnt es sich nicht, absichtlich langsam zu melden. Gespielt wird je nach Turnier „jeder gegen jeden“ oder im K.-o.-System. Neu im aktuellen Regelwerk sind außerdem Rennen mit nur einem Team oder zwei Teams pro Seite (Singles und Pairs). Manche Turniere bieten eine Trainings-Division ohne Wertung an, die sich gut zum Einstieg eignet.

Gerichtet wird von einer Jury aus fünf Personen: einer Hauptschiedsrichterin oder einem Hauptschiedsrichter, zwei Linienrichtenden an der Startlinie und zwei Boxenrichtenden. Die Zeit misst eine elektronische Anlage auf die Hundertstelsekunde.

Voraussetzungen

  • Der Hund muss mindestens 18 Monate alt sein. Er muss gechippt oder tätowiert, gegen Tollwut geimpft und haftpflichtversichert sein.
  • Eine Begleithundeprüfung verlangt das Regelwerk nicht. Wer aber durch soziale Unverträglichkeit auffällt, wird disqualifiziert und muss eventuell vor dem nächsten Start eine Begleithundeprüfung ablegen.
  • Eine Mannschaft hat vier bis sechs Hunde, jeweils mit eigener hundeführender Person. Dazu kommt eine Person, die die Box mit Bällen lädt.
  • Wie hoch die Hürden stehen (15 bis 32,5 cm), richtet sich nach dem kleinsten laufenden Hund der Mannschaft. Dafür wird sein Unterarmknochen (Ulna) vermessen.
  • Kranke Hunde dürfen nicht starten, ebenso läufige, trächtige oder säugende Hündinnen. Jugendliche brauchen die Unterschrift eines Elternteils.

Was braucht ein Verein dafür?

Eine Flyballbahn ist kurz: Von der Startlinie bis zur Box sind es gut 15 m. Für ein Turnier mit zwei Bahnen braucht ihr aber eine ebene, rutschfeste Fläche von mindestens 40 × 10 m, denn hinter der Startlinie liegt eine Auslaufzone von mindestens 20 m. Turniere sind auch in der Halle möglich.

Pro Bahn braucht ihr vier Hürden, eine Flyballbox mit mechanischem Pedal und eine Rückwand (Backstop) hinter der Box, die verhindert, dass Bälle wegrollen. Für Turniere kommt eine elektronische Zeitmessung mit Startampel hinzu. Jede Mannschaft bringt ihre eigene Box mit.

Die größte Hürde für einen kleinen Verein sind die Menschen: Eine Mannschaft braucht mindestens vier Hunde mit ihren Hundeführenden, die regelmäßig gemeinsam trainieren. Ein Turnier braucht mindestens vier Mannschaften pro Division. Der DVG empfiehlt, vor dem Einstieg ein Seminar „Flyball für Anfänger“ zu besuchen, weil strukturiertes Training hier viel ausmacht.

Für wen passt das?

Flyball ist offen für Hunde aller Größen und Rassen. Am besten passt es zu bewegungsfreudigen, ballbegeisterten Hunden, die zugleich sehr verträglich sind. Zwei Hunde rennen sich im engen Start- und Zieltor mit hohem Tempo entgegen, und nebenan läuft die fremde Mannschaft. Der Ball sollte für den Hund ein Apportiergegenstand sein und die eigentliche Belohnung beim Menschen warten. Sonst wird der Rückweg gemütlich.

Für die Hunde ist der Sport körperlich fordernd: Sprints, Sprünge und die schnelle Wende an der Box belasten vor allem die Vorderläufe. Ein sauberer Trainingsaufbau ist daher wichtig. Für die Menschen ist Flyball weniger Lauf- als Teamsport. Wer gern in der Gruppe trainiert und Stimmung mag, wird hier Spaß haben.