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Hundesportarten

Turnierhundsport und CaniCross

Leichtathletik mit Hund: Mensch und Hund laufen gemeinsam über Hürden, durch den Slalom und über Hindernisse oder im Gelände, mit Wertung nach Altersklassen.

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Regelwerk
VDH-Prüfungsordnung Turnierhundsport – Leichtathletik mit Hund (VDH-PO-THS, gültig ab 1. Januar 2025)
Läuferin mit Startnummer und Hund im Zuggeschirr beim CaniCross auf einem Waldweg
Foto: Hameury, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Worum geht es?

Turnierhundsport, kurz THS, wird auch „Leichtathletik mit Hund“ genannt. Entstanden ist er als Breitensport unter dem Motto „Fit und gesund durch Sport mit dem Hund“. Inzwischen ist daraus eine richtige Wettkampfsportart mit Meisterschaften geworden. Das Besondere: Hier läuft der Mensch nicht nur mit, seine eigene Fitness zählt genauso wie die des Hundes. Gewertet wird getrennt nach Altersklassen und nach Frauen und Männern. Deshalb stehen auf Turnieren Kinder, Familien und Seniorinnen und Senioren an derselben Startlinie, mit Hunden aller Rassen und vielen Mischlingen.

Zum THS gehören zwei Bereiche: die Sprint- und Hindernisdisziplinen auf dem Platz und das CaniCross im Gelände. Unter CaniCross fasst die Prüfungsordnung den Geländelauf (Joggen oder Walken mit dem Hund am Bauchgurt), DogScooter und Bikejöring zusammen.

Wie läuft eine Prüfung oder ein Turnier ab?

Die wichtigsten Disziplinen nach der VDH-Prüfungsordnung von 2025:

  • Vierkampf (VK1 bis VK3): die Königsdisziplin. Er beginnt mit einem Gehorsamsteil (max. 60 Punkte) mit Leinenführigkeit, Freifolge, Sitz und Platz. Danach folgen drei Läufe: ein Hürdenlauf über 60 m mit vier niedrigen Hürden, die Hund und Mensch gemeinsam nehmen, ein Slalomlauf durch Tore und ein Hindernislauf über 75 m, bei dem der Hund acht Hindernisse wie Tunnel, Tonne, Laufdiel und Reifen überwindet, während der Mensch nebenher sprintet. Jede Laufsekunde und jeder Fehler kostet Punkte. Für den Aufstieg in die nächste Klasse braucht ihr bestimmte Mindestleistungen.
  • Sprint-Vierkampf: die drei Läufe plus ein Geländelauf über 1.000 m.
  • Dreikampf und Hindernislauf: zum Reinschnuppern. Hier darf der Hund auch an der Leine laufen.
  • Combination-Speed-Cup (CSC) und Shorty: Staffeln mit drei beziehungsweise zwei Teams.
  • CaniCross: Sprintstrecke (400 bis 1.000 m), Kurzstrecke (bis 4.000 m) oder Langstrecke (bis 8.000 m). Gestartet wird einzeln, im Massenstart oder als Staffel. Der Hund gibt das Tempo vor. Wer seinen Hund hinter sich herzieht, wird aus der Wertung genommen. Bei Hitze darf die Richterin oder der Richter Strecken kürzen oder streichen.

Gewertet wird von einer VDH-THS-Richterin oder einem VDH-THS-Richter. Die Zeit wird per Stoppuhr oder elektronisch gemessen.

Voraussetzungen

  • Der Hund muss mindestens 15 Monate alt sein. Beim Geländelauf über mehr als 5 km sowie bei DogScooter und Bikejöring sind es 18 Monate.
  • Statt einer Begleithundeprüfung legt jeder Hund einmalig eine kurze Verträglichkeitsprüfung ab. Für Vierkampf und CaniCross kommt je eine eigene Vorprüfung hinzu. Wer die BH/VT schon hat, braucht diese Vorprüfungen nicht.
  • Für die Menschen gibt es beim CaniCross Mindestalter: 6 Jahre für die Sprintstrecke, 8 für die Kurz- und 11 für die Langstrecke, 15 für Scooter und Bike.
  • Der Hund muss gechippt, gegen Tollwut geimpft und haftpflichtversichert sein. Halterin oder Halter und Hundeführende müssen Mitglied in einem VDH-Verband sein.
  • Kranke, verletzte, trächtige oder säugende Hunde starten nicht. Pro Tag legt ein Hund insgesamt höchstens 8 km zurück.

Was braucht ein Verein dafür?

Für die Platzdisziplinen braucht ihr eine Rasenfläche, auf die eine gerade Hindernisbahn von 75 m passt. Bei wenig Platz darf sie auch im Bogen oder in U-Form aufgebaut werden. Dazu kommen Hürdenlauf und Slalom. An Geräten braucht ihr Hürden, einen Oxer, Tunnel, Laufdiel, Tonne, Reifen, Hoch-Weit-Sprung, Slalomstangen und Tore. Das ist überschaubar und lässt sich teilweise selbst bauen, die Maße sind aber vorgegeben.

Für CaniCross braucht ihr keinen Platz, aber gut markierte Feld- und Waldwege. Die Dübener Heide bietet sich dafür an. Streckenposten, Absperrungen und das Einverständnis der Flächeneigentümer gehören dazu, Bikejöring nur auf gesperrten Strecken.

Ein Turnier braucht Terminschutz, mindestens 10 Starts, eine Prüfungsleitung und Helfende für Zeitnahme und Auswertung. Die Richterin oder der Richter wird vom Verband zugeteilt. Ein Vorteil für kleine Vereine: Bei regionalen Veranstaltungen sind in einigen Disziplinen Fun-Klassen für Gäste ohne Mitgliedschaft erlaubt, das macht Schnuppertage leicht.

Für wen passt das?

THS passt zu sportlichen Menschen jeden Alters und zu gesunden, lauffreudigen Hunden fast jeder Größe. Alle Disziplinen gelten als Ausdauersport, der Hund sollte also gut trainiert und nicht übergewichtig sein. Ihr selbst müsst laufen, beim Vierkampf sogar sprinten, beim Geländelauf dürft ihr aber auch walken. Einsteigen könnt ihr gut über Hindernislauf, Dreikampf oder eine kurze CaniCross-Strecke, später kommt der Vierkampf mit Gehorsamsteil dazu.