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Hundesportarten

Rally Obedience

Mensch und Hund laufen gemeinsam einen Parcours aus Schildern ab, die jeweils eine Übung vorgeben. Reden, loben und motivieren ist ausdrücklich erlaubt.

Alle Sportarten
Angeboten von
SGSVDVG
Regelwerk
VDH-Regelwerk Rally Obedience (gültig ab 01.01.2027; bis 31.12.2026 gilt das Regelwerk 2022)
Hundeführer mit großem schwarzem Hund im Rally-Obedience-Parcours, im Gras liegen Übungsschilder
Foto: Caronna, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Worum geht es?

Rally Obedience ist Unterordnung zum Mitlaufen. Auf einer Fläche stehen nummerierte Schilder, und jedes Schild sagt dem Team, was als Nächstes zu tun ist: Sitz, Platz, Steh, eine 90-Grad-Wendung, ein Kreis, ein Slalom um Pylonen, ein Sprung über eine kleine Hürde oder ein Abruf. Ein Klassiker ist das Vorbeigehen an gefüllten, abgedeckten Futterschalen, ohne dass der Hund zugreift. Die Hundeführenden lesen das Schild, der Hund läuft bei Fuß mit, und so arbeitet sich das Team Station für Station durch den Parcours.

Die Sportart stammt aus den USA, wo sie Charles „Bud“ Kramer entwickelt hat. In Deutschland ist sie nach Angaben des SGSV seit 2012 eine eigenständige Sportart. Was sie besonders macht: Anders als in der klassischen Unterordnung darf man mit dem Hund die ganze Zeit sprechen, ihn ermuntern und loben. Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit, nicht die perfekte Show.

Wie läuft eine Prüfung oder ein Turnier ab?

Ab dem 1. Januar 2027 gilt ein überarbeitetes VDH-Regelwerk. Es kennt fünf nationale Klassen und eine internationale:

  • Beginner (RO B): 15 bis 18 Schilder, mit oder ohne Leine
  • Klasse 1: 18 bis 20 Schilder, mit oder ohne Leine, erste Seitenwechsel des Hundes
  • Klasse 2 und 3: 20 bis 24 Schilder, immer ohne Leine, mit anspruchsvolleren Übungen
  • Senioren (RO S): für Hunde ab acht Jahren, ab sechs Jahren bei großen Hunden ab 55 cm Widerristhöhe; Leckerli und Streicheln jederzeit erlaubt
  • Internationale Klasse nach FCI-Reglement

Vor jeder Klasse dürfen die Teilnehmenden den Parcours zehn Minuten ohne Hund ablaufen. Jedes Team startet mit 100 Punkten, die Richterin oder der Richter zieht für Fehler ganze Punkte ab. Mit 90 bis 100 Punkten gibt es „vorzüglich“, ab 60 Punkten ist der Lauf bestanden. Ab 2027 gibt es kein Zeitlimit mehr, die Laufzeit entscheidet nur bei Punktgleichstand. Aufsteigen kann ein Team mit einmal mindestens 90 oder dreimal mindestens 70 Punkten.

Belohnen ist nach stationären Übungen erlaubt, das Futter muss aber in der Jacken- oder Hosentasche bleiben. Den Hund zur Korrektur anzufassen ist nicht erlaubt.

Voraussetzungen

  • Mindestalter des Hundes: 15 Monate, für die internationale Klasse 18 Monate.
  • Eine Begleithundprüfung verlangt das Regelwerk nicht.
  • Chip, die vorgeschriebenen Impfungen und eine Hundehaftpflicht sind nötig.
  • Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren dürfen starten, wenn sie ihren Hund selbstständig führen können. Sie werden gesondert platziert.
  • Für Menschen mit Seh- oder Gehbehinderung gibt es geregelte Anpassungen, Rollstuhl und Gehhilfen sind erlaubt.
  • Wer keinem Verein angehört, kann mit einer Turnierkarte starten.

Was braucht ein Verein dafür?

Für das Training reicht wenig: eine Rasenfläche, ein Satz Schilder, ein paar Pylonen und eine niedrige Hürde. Damit lässt sich schon an einem normalen Übungsabend sinnvoll üben.

Für ein Turnier ist die Liste länger:

  • eine Parcoursfläche von etwa 20 × 30 m und daneben ein Vorbereitungsbereich von mindestens 10 × 4 m
  • alle Schilder doppelt in DIN A4, wetterfest, und mindestens 32 Schilderhalter (A-Aufsteller)
  • drei offene Hürden mit 10, 20 und 30 cm Sprunghöhe
  • zwölf Pylonen in zwei Größen, acht Futterschalen mit Abdeckung, Parcoursnummern 1 bis 24
  • Meldestelle mit Rechner, Drucker und Turniersoftware sowie Helfende für Steward, Zeitnahme und Hürdenumbau

Einen kompletten Satz der neuen Schilder (140 Stück, nicht laminiert) verkauft der SGSV für 24 €.

Gerichtet wird von einer Rally-Obedience-Richterin oder einem Rally-Obedience-Richter, höchstens 60 Teams pro Tag. Im SGSV werden die Richtenden über den Verband eingeteilt, freie Richterwahl gibt es dort nicht. Für die Übungsleitung bietet der DVG einen eigenen VDH-Sachkundenachweis Rally Obedience an. Hat ein Verein in dieser Sportart noch niemanden mit Sachkundenachweis, darf er dafür zwei Mitglieder ohne die sonst verlangte Turniererfahrung anmelden.

Für wen passt das?

Rally Obedience ist eine der zugänglichsten Hundesportarten überhaupt. Der SGSV beschreibt sie als passend für fast jeden Hund und für fast alle Menschen, die mit ihrem Hund mehr machen möchten als spazieren gehen. Große und kleine Hunde, junge und alte, Kinder und Erwachsene laufen dieselben Parcours. Körperlich ist es moderat: zügiges Gehen, kurze Sprünge über niedrige Hürden, viel Kopfarbeit. Für ältere Hunde gibt es die Seniorenklasse.

Für einen kleinen Verein ist das ein besonders guter Einstieg. Die Ausstattung ist überschaubar, das Training passt in jede Gruppenstunde, und die Grundübungen aus der Basisausbildung sind schon die halbe Miete.